Quebrada de Jaspe
6.Tag (Mo) Heute fuhren wir die südliche Route der Grand Sabana entlang. Unser erstes Ziel war der "
Quebrada de Jaspe", ein Fluss mit einem aus dem Halbedelstein
Jaspiz bestehendem Flussbett.
Nach einer kleinen Wanderung an dessen Ufer ging es weiter in das Hochland, wo wir einen weiteren Wasserfall besichtigten. Hier kaufte ich mit auch ein Blasrohr mit Pfeilen von einem der Einheimischen, nach dem ich es vor Ort auch mal ausprobieren konnte. Nicht so einfach mit dem Zielen, aber das lässt sich üben.
Weiter ging die Fahrt über die Hochebenen, wobei die Vegetation nun eher einer Steppenlandschaft ohne Bäume glich. Hier sollten wir auch zum Schutz gegen Schlangen besser Wanderschuhe mit hohem Schaft tragen.
An einem weiteren Fluss bot sich eine Möglichkeit, Baden zu gehen, was auch viele der Mitreisenden taten. Auch unsere Fahrer waren in ihrem Element, da sie Posen und Kopfsprünge zeigen konnten.
Nach dem wir alle an den Wagen waren, hatte Freko noch eine kleine Überraschung für uns: Er wollte mit uns mal kurz über die Grenze nach Brasilien fahren und dort den nächst größeren Ort besuchen.
Die Grenze zwischen Venezuela und Brasilien
Um nach Brasilien einzureisen, benötigten wir nur einen Reisepass. Den hatte ja jeder. Aber war es auch nötig, eine Gelbfieberimpfung vorzuweisen, da wir ja aus Venezuela, also einem Gebiet, wo Gelbfieber vor kam, einreisten. Diese hatten nicht alle. Wir zum Glück schon.
Aber dieses Problem löste Freko auf einfache Weise, da er die Faulheit der Grenzschützer kannte. Er sammelte alle Reisepässe und Impfpässen aus allen Fahrzeugen ein. Dann trennte er die Reisepässe auf einen stapel und die Impfpässe mit Gelbfieberimpfung auf einem anderen. Danach mischte er alles kräftig durcheinander. Als er dann an der Grenze die Papiere übergab, hatten die Grenzer auf dem Land natürlich nicht viel Lust, alles auf die einzelnen Personen zuzuordnen. Sie schauten daher nur grob drüber (Ah, european group, short visit.) und wir durften einreisen. So einfach kann es gehen.
Wir fuhren in den Ort Pacaraiman wo wir dann aussteigen und den Ort besichtigen konnten. Die Frauen gingen Shoppen und schauten sich die hiesige Mode und Schuhe an. Ich erkundete in einem Laden, was es denn so an Bier aus Brasilien zu kaufen gab. Mit unserer Beute trafen wir uns dann später wieder an den Geländewagen.
Susanne hatte auch noch an einen Kühlschrankmagneten mit "Brasil" gedacht.
Unterwegs in Pacaraiman, Brasilien.
Freko erkälte uns noch ein wenig die Größenverhältnisse von Brasilien: Die nächst größere Stadt in Brasilien war Manaus am Amazonas. Da waren von hier 2000 Kilometer. Also noch etwas weiter, wie zurück zur Küste von Venezuela. Die Hauptstadt Brasilia dagegen war 8000 Kilometer entfernt. Das sei so weit wie nach New York von hier.
Dann ging es wieder zurück. An der Grenze schauten sie dieses mal kaum, da wir ja Venezuelanische Kennzeichen hatten. Also waren wir auf dem Heimweg. Wir fuhren bis zum
Camp Yakoo in Santa Elena. Hier bezogen wir kleine Hütten für die Nacht, aßen zu Abend und gingen dann nach einigen Getränken an der Hotelbar schlafen.
7.Tag (Di) Nach einem guten Frühstück wurden die Dächer der Geländewagen wieder beladen. Die Fahrer hatten sie vorher wie jeden Morgen bereits frisch gewaschen und von allem Schlamm befreit. Es ging zum nah gelegenen Flugplatz von Luepa, der eigentlich auch nur eine Landebahn ohne Tower und so war. Nun sollte uns ein Flugzeug nach
Canaima bringen. Aber es kam kein Flugzeug, so lange wir auch warteten.
Dann endlich war ein Flugzeug im Anflug. Es landete, doch es waren nur die fliegenden Ärzte in einer Cessna 172, die hier in der Gegend zu tun hatten. Also nicht unsere. Wir warteten weiter. Die Geländewagen waren bereits weggefahren.