Aufbruch mit Geländewagen in Venezuela.
5.Tag (So) Am nächsten morgen erwartete uns eine Überraschung. Unser Reisebus war verschwunden. Dafür standen auf dem Parkplatz drei weiße Toyota Landcruiser mit überbreiten Reifen für uns bereit. Unser Gepäck wurde auf die Dachgepäckträger verladen und mit Planen abgedeckt. Wir wurden auf die Wagen verteilt und die Fahrt ging in Richtung Süden weiter.
Unterwegs besichtigten wir zuerst eine alte Metallbrücke, die nicht mehr sehr vertrauenerweckend aussah. Zum Glück hatte man inzwischen eine neue Brücke daneben gebaut. Nach der Fahrt durch den Regenwald führte uns heute die Fahrt auf die
Grand Sabana. Hier begann der Aufstieg in das Tafelberggebiet, vorbei an vielfältiger Vegetation und interessanten Felsformationen wie der
Jungfrauenfelsen (Piedra de la Virgen) bis auf 1300m Höhe. Mehrfach machten wir eine Pause, um die Landschaft zu genießen.
Bei einem kleinen Restaurant an der Landstraße machten wir dann Mittagspause, um unsere tägliche Portion Reis und Bohnen und Hühnerfleisch zu essen. Das gab es meistens, und inzwischen hatte sich jeder daran gewöhnt. Dazu die übliche scharfe Ameisensouce, die wie immer auf dem Tisch stand.
Unterwegs in der Grand Sabana.
Nach dem alle satt waren, ging es wieder in die Geländewagen und zu einer nahe gelegenen, asphaltierten Landepiste. Einen Tower oder so gab es hier nicht. In Dreierformation fuhren wir mit den drei Geländewagen in Höchstgeschwindigkeit über die gesamte Länge der Rollbahn, bis wir an deren Ende ins Gelände abbogen. Auf den nun folgenden Sandpisten war es sehr schlammig, und unsere Fahrer (drei junge Machos) gaben sich Mühe, mit möglichst hohem Tempo jedes Schlammloch dabei zu erwischen, dass es nur so vor Wasser und Schlamm spritzte.
Bei einem Haus stoppten wir. Hier auf der Hochebene war das Gelände flach. Bei der Rast zeigte man uns ein Häuschen: Das waren die Toiletten für die Damen. Man zeigte dann ins Gelände und erklärte uns, das die Toiletten für die Männer hier überall waren.
Nun wurden Rettungswesten verteilt, und man achtete sehr genau drauf, dass jeder eine an hatte. Dann gingen wir zu zwei motorisierten Einbäumen und stiegen ein. Das Boot fuhr uns bis an die Kante des Wasserfalls "Salto Aponguao", das durch eine Kette gesichert war, die man über den Fluss gespannt hatte.
Der Wasserfall "Salto Aponguao".
Hier stiegen wir aus. Susanne stellte dabei fest, dass die Rettungswesten nur für Personen bis 40 Kg vorgesehen waren und fragte daher, ob sie eine zweite bekommen würde. Nur so zur Sicherheit.
Der imposante Wasserfall von über 100m Höhe, der dem Aponguao Fluss entspringt, lag im nördlichen Gebiet der Grand Sabana. Wir wanderten zu der Kante des Wasserfalls, um dort Fotos zu machen. Auch gab es die Möglichkeit, über Stufen zur Aufschlagstelle hinunter zu steigen. Auch ich lies mir das nicht entgehen, obwohl es ziemlich anstrengend war. Wir mussten ja auch wieder hinauf.
Nach der Besichtigung fuhren wir wieder mit den Booten (ohne zusätzliche Rettungswesten) zum Parkplatz der Wagen. Wir stiegen wieder ein und die Fahrt zurück begann. Wieder ging es durch jedes Schlammloch, bis einer der Fahrer es geschafft hatte, sich fest zu fahren. Er musste die Hilfe eines anderen Fahrers haben, der ihn per Drahtseil aus der misslichen Lage befreite. Er hatte das Gesicht verloren und er war den Rest der Fahrt recht kleinlaut.
Mit einsetzender Dunkelheit erreichten wir wieder die Landepiste und fuhren zum nahe gelegenen
Camp Kamoiran. Dort bezogen wir unsere Zimmer und genossen anschließend das wirklich gute Abendessen.
Abendessen im Camp Kamoiran.
Übrigens eine kleine, aber lustige Geschichte am Rande:
Einer der Mitreisenden stellte beim Abendessen mit Schrecken fest, dass in der scharfen Souce eine halbe Ameise war. Er hatte sich wie ich bisher auf der ganzen Reise jede Menge davon täglich auf sein Essen gepackt, denn er liebte diese Souce so wie ich. Also war in seinen Augen die Souce auf dem Tisch verschmutzt und konterminiert.
Ich klärte ihn auf, dass diese nun mal aus fermentierten Ameisen gemacht wurde und es daher schon mal vorkommen konnte, dass da Reste einer Ameise drin zu sehen sind.
Im Gegensatz zu ihm hatte ich ja bereits Freko am Anfang der Reise zu der scharfen Souce befragt.
Er brauchte eine Weile, um die Information zu verarbeiten. Dann schaufelte er sich die Souce auf sein Essen.
Deren Grundstoff hatte er nun für sich akzeptiert und auch gemerkt, dass man manchmal vorher fragen sollte.
Nach dem erlebnisreichen Tag gingen wir dann alle gesättigt in unsere Cabinas und legten uns ins Bett.