Auf dem Weg nach Arba Minch in Südathiopien
Nach dem Ausflug zum Hafen ging es wieder auf die Straße, denn wir hatten 290 km vor uns. Dabei ging es via Soddo und entlang des Abaya-Sees nach Arba Minch. Gegen 11 Uhr machten wir eine Kaffepause, wobei Susanne für mich neue Zigaretten kaufte. Dort hatten sie welche von Rothmanns, und ich fand sie deutlich besser als die hier Zulande üblichen der Marke Nyala.
Um 13 Uhr hielten wir dann zum Mittagessen bei einem Restaurant. Wo wir draußen im Freien essen konnten. Es gab hier nur ein einziges Gemeinschaftsklo, was uns aber nicht mehr weiter störte. Andere Länder, andere Sitten. Wenigstens hatten sie eines.
Auf der Straße unterwegs gab es immer wieder was zu sehen und so machten wir auch immer wieder mal einen Halt, um Land und Leute kennen zu lernen.
Nach vielen kleinen Stopps erreichten wir dann um 17:40 Uhr unser
"Hotel Swayness" in Arba Minch.
Wir fuhren in die Chencha Berge um ein Dorze Dorf zu besuchen.
Es war das Ressort der weiten Wege und Stromausfälle. Zum Glück wurde ich ja immer schneller auf meinen Krücken. Sonst gab es nicht viel zu Erwähnen. Das Restaurant war auch teuer und taugte nichts.
Für den Weg Abends zum Zimmer benötigte man eine Stirnlampe, denn es war außen nichts beleuchtet.
17.Tag (Do)
Heute konnten wir ein wenig Ausschlafen und bestiegen erst um 9 Uhr unseren Bus. Wir fuhren dann in die Chencha Berge um ein Dorze Dorf zu besuchen. Die Dorze sind eine kleine ethnische Gruppe mit etwa 28.000 Mitgliedern in Äthiopien. Sie leben vor allem im Süden des Landes in Dörfern um Chencha und Arba Minch. Schon von weitem sah man ihre typischen , bis zu zehn Meter hohen, bienenstockförmigen Hütten. Die Form erinnerte an einen Kopf eines Elefanten. Mit viel Geschick wurden die Wände aus Bambus und Blätter der »Falschen Banane«, der Ensete-Pflanze, geflochten.
Uns wurde dann gezeigt, wie sie ihr Fladenbrot herstellen. Der lange Prozess begann mit dem Schaben von Blättern der Ensete-Pflanze. Dabei wurde eine Stärke gewonnen, die Monate lang fermentierte. Sobald diese ausreichend gegoren war, wurde sie als bröckelige Masse mit Wasser vermischt und zu einem Teig geknetet.
Äthiopische Kaffekannen für die Kaffeezeremonie.
Als Nächstes wurde der Teig mit Hilfe von frischen Bananenblättern zu einem Fladen geformt und mitsamt dem grünen Blatt auf eine Feuerstelle gelegt und gebacken. Das Ergebnis war Fladenbrot, das leicht erdig schmeckte. Mit der dazu gereichten Honigsauce und Cilli war es aber gar nicht mal so schlecht. Dazu gab es einen Hochprozentigen, klaren Schnaps dessen Herstellungsweise uns aber verborgen blieb. Doch er hatte sicher 60% Alkohol.
Da die Webereien der der Dorze berühmt sind, kauften anschließend viele aus der Gruppe Schals und Tücher in den hier üblichen, bunten Farben auf deren kleinem Markt. Wir beide blieben bei einem anderen Stand hängen und erstanden dort eine echte, Äthiopische Kaffekanne für die Kaffeezeremonie. Sie war natürlich neu, Handgemacht und kostete die Unsumme von 8 Birr.
Auf der Fahrt in das Tal legten wir noch einen Stopp an einen örtlichen Markt ein. Hier kaufte sich Susanne noch zwei Tücher. Sie waren hier noch preiswerter als in dem Dorf. Dieses mal blieb ich aber im Bus.
Bootsfahrt auf dem Chamo-See.
Nun ging es zum Mittagessen in das Restaurant vom Tourist Hotel, wo wir auch am Abend zum Abendessen fahren wollen.
Als alle Satt waren ging es dann zu einer Bootsfahrt auf dem Chamo-See. Zuerst mussten wir zwei
Guids und deren Vorrat an Benzin abholen, und dann ging es quer durch die Büsche auf einer schlechten Piste zum See, wo zwei Boote lagen. Das Einsteigen über eine wacklige Planke gestaltete sich dabei für mich Schwierig aber irgendwie war ich dann im Boot. Eine andere Mitreisende hatte nicht so viel Glück und landete im Wasser.
Die Fahrt dauerte fast zwei Stunden und wir begegneten dabei Krokodilen, Adlern, Flusspferden und Pelikanen. Bei den Flusspferden mussten wir vorsichtig sein und einen Sicherheitsabstand halten, denn sie konnten uns in den Booten sehr gefährlich werden. Die Guids waren aber Erfahren und wussten genau, wie weit wir weg bleiben mussten.
Beim Aussteigen wurde es wider schwierig für mich. Als ich versuchte, über die Planke zu humpeln, verlor ich leider das Gleichgewicht und landete im Wasser. Man versuchte noch, mich zu halten, aber das war nicht zu machen. So zog man mich wieder aus dem seichten Wasser.
Ein Krokodil am Chamo-See.
Anschliessend ging es erstmal wieder zum
"Hotel Swayness". Nach dem sich alle wieder hergerichtet und geduscht hatten, Trafen sich alle, die mit wollten in der Lobby, um in das Hotel zu fahren, wo wir heute Mittag bereits gegessen hatten.
Ich hatte keinen Appetit mehr und war froh, endlich mal ein wenig Ruhe zu haben. So fuhr Susanne allein mit der Gruppe und ich setzte mich an die Bar, wo ich mir im laufe des Abends vier Flaschen Bier und einen doppelten Black Label gönnte.
Abends vor dem Schlafen gehen entfernte ich den Gips von meinem Bein und schlief heute mal ohne. Es war ein wundervolles Gefühl. Endlich drückte mal nichts. Morgens wollte ich ihn nach dem Aufwachen sofort wieder anbringen.